1.Ursprung und Herkunft des Australian Shepherds



In der Zeit als die Menschen nach Amerika und Australien auswanderten brachten sie auch Ihre Hunde mit. Im 19. Jahrhundert und anfang des 20. Jahrhunderts wurden Schafe von Europa nach Australien exportiert und dann eingeführt.
Mit den baskischen Schäfern kamen auch Ihre Hunde nach Amerika. Die Schafe nannte man Australian Sheep und so kam der Namen Australian Shepherd zustande. Es gibt keine Beweise, sondern nur mündliche Erzählungen aus jener Zeit. Die Indianer nannten diese Hunde, da sie oft blaue Augen hatten, "ghost-eyed-ones"-die mit den Geisteraugen. Zu den Vorfahren gehören verschiedene alte europäische Hütehundrassen. Hundezuchten wie Heute wurde damals nicht betrieben. Weder Reinrassigkeit noch Schönheit zählte, nur die Leistung. Das Leben damals war hart und die Hunde mußten zäh und anpassungsbereit sein. Hunde mit gutem Hütetrieb wurden geschätzt, die mit Hingabe ihrem Herrn folgten. Australian Shepherd waren sehr gelehrig und umgänglich, waren so intelligent um in fast jeder Situation auf sich selbst aufpassen zu können. Man paarte nur die Tiere, die aufgrund ihrer hervorragenden Arbeitsleistung auffielen.

Der Australian Shepherd wurde erst populär in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts, als ein Hundetrainer mit seinen Hunden kreuz und quer durch Amerika und Kanada reiste. Er zeigte Vohrführungen auf Rodeos, die sehr beliebt waren. Seine Hunde konnten Seilspringen, auf Stangen balancieren, auf Leitern klettern und vieles mehr.

Nach Europa kamen die Australian Shepherds erst in den 70er Jahren.

Der in den Kreisen der Westernreiter sehr beliebte Hund findet auch aufgrund seines ausgeprägten Beschützerinstinkts und nahe fehlenden Jagdtriebs immer mehr Anhänger unter den Hundeliebhabern.


2. Die Arbeit mit dem Vieh und die Vielseitigkeit

Über die vierbeinigen Helfer bei der Arbeit mit dem Vieh gibt es kaum Heldengeschichten. Ihre Taten wurden nicht verherrlicht wie die der Wind- und Jagdhunde der Adligen und Edelleute. Sie lebten bei einfachen Menschen und halfen ihnen, ihr tägliches Brot zu verdienen. Auch konnte man es sich nicht leisten, Hunde zu halten, die ihre Aufgaben nicht erfüllen konnten. Daher wurden nur Hunde gezüchtet, die auch die Fähigkeit besaßen, ihre Arbeit zu bewältigen.
Die Aufgaben des Herdengebrauchshundes, der seine Herde über weite Strecken begleitet, bestehen hauptsächlich aus dem "Wehren", das heißt das Abwehren der Schafe vor Hindernissen.
Er hat Gefahren von den Tieren abzuwehren (z.B. an Straßen oder Flüssen) und dafür zu sorgen, daß nur die erlaubten Flächen abgegrast werden.
Alles sollte so ruhig wie möglich und ohne großes Gebell vor sich gehen. Was zu tun ist, erfährt der Hütehund durch Hör- und Sichtzeichen vom Schäfer, den er niemals aus den Augen lässt.
Wird nur eine kleine Herde gehalten, leben die Tiere in eingezäunten Bereichen, der „Koppel“. Die Arbeit des Koppelgebrauchshundes besteht weniger aus dem "Wehren", sondern mehr aus dem "Treiben". Er hat auf Kommando die Schafe heranzubringen, auch wenn Hindernisse den Weg versperren. Er muß einzelne Tiere aussondern können, um sie dem Schäfer zuzutreiben, damit er sie fangen kann.

Die Aufgaben des Hütehundes sind heute recht vielfältig. Abhängig davon, ob es sich um Schafe, Rinder, Enten oder anderes Vieh handelt, das getrieben werden muß, ist eine andere Arbeitsweise notwendig. Die Aufgaben eines Hütehundes sind für ihn selbst nicht ungefährlich. Hat das Vieh keinen Respekt vor dem Hund, kann er mit ihm nicht in der erwünschten Weise arbeiten.
Ein ausgeprägter Hütetrieb, gute Nerven, Gehorsam und eine enge Beziehung zu seinem Herrn sind erforderlich, um die gewiss nicht leichten Aufgaben eines Hütehundes bewältigen zu können.

Der Hüteinstinkt des Australian Shepherd ist angeboren. Seine autoritäre Arbeitsweise muß anerzogen und trainiert werden.

Seine besondere Intelligenz, sein Mitdenken, sein selbstständiges Handeln und vor allen Dingen seine Freude am gemeinsamen Tun befähigen den Australian Shepherd besonders, im Dienste des Menschen zu stehen.

Er hilft auch Gehörlosen, Blinden und Rollstuhlfahrern ihr Alltagsleben angenehmer zu gestalten und nicht ständig auf menschliche Hilfe angewiesen zu sein.
Als Therapie-Hund besucht er in Krankenhäusern psychisch kranke Menschen, die über den Kontakt zu ihm wieder den Kontakt zu ihrer Umgebung und ihren Mitmenschen aufnehmen.

Auch Kindern die länger im Krankenhaus stationiert sind und älteren Leuten in Heimen kann er Freude bringen und helfen, das Leben etwas positiver zu sehen.
Als Rettungshund hilft er vermisste Menschen im Gelände unter Trümmern, Lawinen oder im Wasser aufzuspüren. Ihre Nase ist in der Lage, Spuren zu suchen und bei der Suche nach Drogen, Sprengstoff und Leichen zu helfen.
Aufgrund seiner mittleren Größe, der Beschaffenheit seines Fells, seiner Ausdauer und seiner Fähigkeit, in vielen Situationen auf sich selbst zu achten, ist der Australian Shepherd auch für diese Arbeiten gut geeignet.

Als Aussie-Liebhaber haben wir die Möglichkeit an verschiedenen Veranstaltungen teilzunehmen.
Es gibt mögliche Ausbildungen zum verkehrssicheren Begleithund und Fährtenhund, oder die Teilnahme an verschiedenen Hundesportarten bis hin zum Turniersport (Agility, Flyball, Frisbee...) Ein Australian Shepherd möchte gefordert werden, es reicht im nicht, nur die täglichen Spaziergänge zu vollziehen. Er braucht zusätzlich geistige Forderung. Er ist ein Arbeitshund, das man unbedingt nicht vergessen sollte.